Ex-Klinikvorstand Emmerich warnt vor Folgen von Lauterbachs Krankenhaus-Reform
Das deutsche Krankenhauswesen ist dringend reformbedürftig. Mit seiner neuen Krankenhausreform will Gesundheitsminister Karl Lauterbach etwas zum Positiven verändern. Doch die grundlegenden Probleme, meint der ehemalige Klinikvorstand und Mitgründer der Aktionsgruppe "Schluss mit Kliniksterben Bayern", Klaus Emmerich, fasst Lauterbach damit nicht an. Durch Privatisierung und Fallpauschalen werden noch mehr Krankenhäuser schließen.
Auszug:
Klaus Emmerich befürchtet Schlimmes. Der ehemalige Klinikvorstand aus der Oberpfalz sieht die Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vor allem aufgrund des Personalmangels an bayerischen Kliniken skeptisch. "Herr Lauterbach hat keine Antwort darauf, wie wir mehr Personal an den Patienten bringen", sagt Emmerich, der sich auch im Aktionsbündnis "Schluss mit Kliniksterben in Bayern" engagiert. ...
"Es wird weniger Krankenhäuser geben, weil die strikten Vorgaben der Leistungsgruppen dazu führen, dass Krankenhäuser diese nicht mehr einhalten können", so Emmerich. Vor allem für ländliche Regionen mit wenig Infrastruktur sei das problematisch. "Wir haben jetzt schon 162 Postleitzahlregionen in Bayern, wo Bürger nicht mehr binnen 30 Fahrzeitminuten ein Allgemeinkrankenhaus mit einer Basisnotfallversorgung erreichen", kritisiert er. Bei einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einem schweren Verkehrsunfall könne das lebensentscheidend sein.